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VON F.A. HEINEN UND MARKUS BÖS

Der letzte Strohdachdecker Wollseifens bei der Arb

Bild: Sammlung Heinen/Archiv Franz Josef Sistig

angepasst durch Georg Schmitz

Auf dieser Seite finden Sie Bilder zur Geschichte des ehemaligen Dorfs Wollseifen zwischen Vogelsang und Dreiborn sowie Bilder, die einen Eindruck vom heutigen Zustand der "Wüstung Wollseifen" vermitteln.

Der seit dem Bau der Urfttalsperre zur Jahrhundertwende aufblühende Ort wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt. Die allerschlimmsten Kriegsfolgen waren gerade beseitigt und die erste Ernte konnte eingefahren werden, als die britische Besatzung im August 1946 bekannt gab, dass zum 1. September der Truppenübungsplatz eingerichtet würde. Wollseifen lag danach im Sperrgebiet. Alle 550 Bewohner des Dorfes mussten innerhalb von knapp drei Wochen eine neue Unterkunft suchen und den Umzug organisieren. Die Menschen, die damals ihre Heimat verloren, erlitten ein Trauma, das teilweise bis heute nachwirkt.

DIE ARBEIT AUF DEM FELD

Zur damaligen Zeit normal :

Zur Troknung wurde das Heu wurde zu Böcken aufgehäuft

oder das Getreide aufgereiht

auf jeden Fall war ging es sehr familiär zu

Heimtransport der Ernte

mit Ochsenkarren

Der "Hütebub" am Bischhofsblick

das war die Arbeit der Kinder, die heute noch darüber berichten können

Alte Postkarte : "im Dorf"

Die Hauptstraße links im Bild das markante

"Haus Schiefeck"

Die Gastwirtschaft May

Das winterlich verschneite Wollseifen

auf einer Feldpostkarte

Winter in der Vorkriegszeit

hier die Kinder beim "Wintersport"

Der Krieg fordert auch in Wollseifen seinen Tribut

Als erster Gefallener musste der Soldat Robert May zu Grabe getragen werden.

BESATZUNGSZEIT

Nachdem die britische Besatzungsmacht die Einrichtung eines Truppenübunsplatzes zum 1. September 1946 bekannt gegeben hatte, blieben den 550 Einwohnern Wollseifens knapp 3 Wochen Zeit das Dorf zu räumen und sich eine neue Unterkunft zu suchen. Bald nach der Vertreibung der Bevölkerung begann dann die völlige Zerstörung Wollseifens durch die Schießübungen der Truppen.

Ein Bild des Grauens 1946

das Traffohäuschen rechts gibt es heute noch

1947

als noch viele Gebäude in Wollseifen standen, wurde dort ein Kriegsfilm gedreht.

Einmal jährlich, zu Allerheiligen, durften die vertriebenen Wollseifener ihre Gräber auf dem Dorffriedhof besuchen.

Bild: Kreismedienzentrum, Harry Nitsch

Bild: Kreismedienzentrum, Harry Nitsch

Bild: Kreismedienzentrum, Harry Nitsch

Ein Vater zeigt seinem Sohn das frühere Heim

Bild: Kreismedienzentrum, Harry Nitsch

Die alte Schule in Wollseifen Anfang der 50er Jahre, davor der damalige Leiter des Vogelsanger Werksschutzes, Robert Krämer.

Bild: Sammlung Heinen/Archiv Robert Krämer

Flüchtlingsausweis

Teilweise erhielten die vertriebenen Wollseifener von der Schleidener Kreisverwaltung solche Flüchtlingsausweise - Bild: Sammlung Heinen/Archiv Thekla Zimmermann

Ein Wollseifener Junge am Beginn der 50er Jahre zu Allerheiligen am Grab von Verwandten in Wollseifen. - Bild: Sammlung Heinen/Kreismedienzentrum/Harry Nitsch

Mitte der 50er Jahre, als der Friedhof durch die Truppenübungen immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, kam es zur Umbettung von 155 Verstorbenen auf andere Friedhöfe. Die belgische Kommandantur leistete nach Kräften Hilfestellung.

Umbettung des Friedhofs Wollseifen

Bild: Sammlung Heinen/Kreisarchiv Harry Nitsch

Umbettung mithilfe des Militärs

Bild: Sammlung Heinen/Kreisarchiv Harry Nitsch

Umbettung unter Teilnahme der Bevölkerung

Bild: Sammlung Heinen/Kreisarchiv Harry Nitsch

Die zerstörte Kirche St. Rochus

Bild: Sammlung Heinen/Archiv Kölner Stadt-Anzeiger

Die zerstörte Kirche St. Rochus

Bild: Sammlung Heinen/Archiv Kölner Stadt-Anzeiger

Die Kirche Anfang der 50er Jahre

Bild: Sammlung Heinen/Archiv Robert Krämer

St. Rochus nach dem Wiederaufbau

Um den rapiden Verfall der Kirche aufzuhaltenen,ließ die Kommandantur zunächst das Dach wieder eingedecken. Im Vordergrund des Bildes erkennt man noch Überreste des früheren Kriegerdenkmals.

St. Rochus heute

Heute ist das Kirchendach wieder ordentlich hergerichtet.

Wollseifen zur belgischen Zeit

Dort wo es früher ein lebendiges Eifeldorf gab, bauten die Belgier 20 Rohbauten. In den Häusern trainierten die Nato-Soldaten den Gebäude- und Straßenkampf.

Wollseifen zur belgischen Zeit

Im Mai 2001 bereiteten sich Soldaten auf ihren Kosovo-Einsatz in Wollseifen vor.

Die heutige "Wüstung Wollseifen"

Mit der Räumung Wollseifens im Zuge der Einrichtung des Truppenübungsplatzes im September 1946 war die Zukunft des Dorfes besiegelt.
Mit dem späteren Beschuss durch die Übungstruppen verschwand das Dorf (bis auf die Kirche, ein Fragment der Schule und ein Trafo-Häuschen) vollständig von der Landkarte. Dort wo einst Fachwerkhäuser standen, wurden Rohbauten errichtet. Seither trainierten in Wollseifen die Übungstruppen den Häuserkampf. Aber auch nichtmilitärische Dienste wie Polizei oder Rettungsdienste nutzten das Gelände für Übungen. Die Photos sollen Ihnen einen Eindruck davon geben wie es zur belgischen Zeit in Wollseifen aussah.

Die Luftaufnahme aus dem Jahr 2002 zeigt die Wüstung Wollseifen. Deutlich zu erkennen sind die Übungshäuser (Rohbauten).

Was passiert nach dem Abzug der Belgier mit Wollseifen ?

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